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Elektronische Kommunikation sollte persönliche nicht ersetzen Foto Copyright MDR/ Mario Gentzel
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Angesichts der rasanten Entwicklung der Medienlandschaft reicht der klassische Jugendmedienschutz längst nicht mehr aus. Medienkompetenz und Medienbildung sind deshalb das Gebot der Stunde. Die Möglichkeiten und Grenzen der Medienbildung in den verschiedenen Lernorten von Familie über den Kindergarten bis zur Schule durchzubuchstabieren, hatte sich die vierte Jugendmedienschutztagung als Ziel gesetzt.
Gemeinsam verantwortet von der Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Medienarbeit der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sowie den Jugendschutzbeauftragten von ARD und ZDF fand am 10. und 11. April 2008 die Tagung im neuen Kindermedienzentrum in Erfurt statt.
(epd). Bischöfin Margot Käßmann hat an die Verantwortung der Medienmanager appelliert, Programme und Internetangebote zu machen. die Kindern ein positives Menschenbild vermitteln. Ökonomie dürfe nicht über allem anderen stehen, sagte Käßmann am 11. April bei einer Tagung zum Jugendmedienschutz in Erfurt.
Käßmann forderte aber auch die Nutzer des Internets auf, etwa bei der E-Mail-Kommunikation die gängigen Benimmregeln nicht zu vergessen. Auch im Internet sei es wichtig, einander mit Respekt und Höflichkeit zu begegnen. Es wäre gut, so Käßmann, wenn manche sich häufiger an das achte Gebot erinnern würden, das lautet: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten." Vor allem aber sollte die elektronische Kommunikation die persönliche nicht ersetzen. Je mehr die Menschen mit Medien kommunizierten, umso weniger kommunizierten sie miteinander.
Die evangelische Bischöfin beklagte, manche Menschen setzten heutzutage alles daran, ins Fernsehen zu kommen. Es gelte der Grundsatz: "Ich war im Fernsehen, also bin ich." Sie betonte, es sei wichtig, Jugendliche und Eltern im Umgang mit Medien zu schulen. Manche Eltern bräuchten mehr Aufklärung als ihre Kinder. Jugendliche müssten ein eigenes Urteilsvermögen ausbilden. Das könnten ihnen aber nur Eltern vermitteln, die selbst eine eigene ethische Grundhaltung entwickelt hätten. Zur Medienerziehung gehöre auch "offene Gesprächsbereitschaft, nicht nur virtuell". Wichtig sei, Kinder und Jugendliche "so stark zu machen, dass sie gemeinschaftsfähige Individuen werden".
Rede von Bischöfin Dr. Margot Käßmann
In einer Diskussion zum Jugendmedienschutz sagte Hans Ernst Hanten, Ministerialdirigent beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mit Gesetzen alleine komme man nicht weit. Die Selbstbeschränkung der Anbieter sei wichtig. In Deutschland sei man mit der Selbstkontrolle sehr weit gekommen.
Aktiv Werte vermitteln

HR-Fernsehdirektor Manfred Krupp sagte, der restriktive Jugendmedienschutz müsse beibehalten werden. Hürden seien notwendig. Allerdings projizierten viele Erwachsene ihre Ängste vor neuen Medien auf Kinder und Jugendliche. Bischof Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Katholischen Bischofskonferenz, sagte, es sei wichtig, Kinder und Jugendliche in der Fähigkeit zu stärken, ihr Leben aktiv zu gestalten. Medienerziehung müsse aktiv Werte vermitteln.
Der Medienpädagoge Bernd Schorb von der Universität Leipzig kritisierte, die Selbstregulierung der Privatsender und Internetanbieter funktioniere mal besser mal weniger gut. Darüber müsse man "nochmal reden". Es gebe zu wenig rechtliche Handhabe gegen Verletzungen der Menschenwürde in den Medien. Viele Verfahren, die wegen solcher Vorwürfe geführt würden', versandeten, weil die Rechtsicherheit fehle.
Mit der Diskussion endete die Tagung Jugendmedienschutz 2.0, die von ARD, ZDF, der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Medienbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland organisiert wurde. Knapp 200 Teilnehmer diskutierten am 10. und 11. April in Erfurt über Jugendmedienschutz im Internet und im Fernsehen
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