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Matheus in seinem ehemaligen Klassenzimmer bei Güstrow
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Vergessen - namibische Kinder in der DDR Von Jule und Udo Kilimann
In den siebziger Jahren spitzt sich der Konflikt zwischen Südafrika und dem kleinen Nachbarn Namibia zu, vor allem die Apartheid, die Rassentrennung wird verschärft. Viele Namibier, hauptsächlich Frauen mit ihren Kindern, fliehen nach Angola. Hunger und Not bestimmten auch hier den Alltag in den Flüchtlingslagern. In dieser Situation hilft der sozialistische Bruderstaat, die DDR, und holt über 400 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren nach Ostberlin. In Wirklichkeit liegt der Aktion die Idee zugrunde, für die Unabhängigkeitsbewegung Südafrikanische Volksunion (SWAPO) eine neue Elite heranzubilden. Die Kinder kommen in ein Internat, lernen Deutsch und werden in eigenen Klassen unterrichtet. Kontakt zu deutschen Kindern gibt es kaum. 1990, nach dem Niedergang der DDR weiß niemand mehr etwas mit den Kindern aus dem afrikanischen Land anzufangen. In einer Nacht- und Nebelaktion werden die mittlerweile 15-17-Jährigen kurzerhand nach Namibia zurückgebracht. Einmal mehr entwurzelt landen sie in einem Auffanglager, sprechen nur Deutsch, verstehen kein Afrikaans und sind erneut isoliert. Zwei, die all das miterlebt haben, stehen beispielhaft für die tragische Geschichte dieser Kinder. Matheus Nangolo hat es geschafft. Er lebt heute in Berlin, ist mit einer Deutschen verheiratet und hat drei Kinder. Auch Tuka Mwatille, der in Namibia bei einer Bank angestellt ist, scheint es geschafft zu haben. Andere leben obdachlos und als Alkoholiker in Namibia auf der Straße. Das Trauma der Heimatlosigkeit aber und den Schock der mehrfachen Entwurzelung teilen alle. Jule und Udo Kilimann haben Matheus Nangolo in Berlin und Tuka Mwatille in der namibischen Provinzstadt Gobabis - wo seine Familie lebt - und der Hauptstadt Windhuk - wo er arbeitet - besucht.
Kirche im Web 2.0: Video-Podcast der Sendung Glaubenssachen Glaubenssachen in Deutsche Welle TV zum Herunterladen
Was passiert in den evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland und in aller Welt? Wie entscheiden sich Christinnen und Christen bei Fragen von Krieg und Frieden? Wie nehmen sie gesellschaftliche Verantwortung wahr? – das alles sind Fragen aus der Fernseh-Sendereihe „Glaubenssachen“ der Kirchen bei Deutsche Welle TV. Ab sofort können Interessierte die Sendungen im Internet anschauen und als Podcast abonnieren.
Glaubenssachen als Podcast
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